Der Wert steckt selten dort, wo man ihn vermutet. In fast jedem Nachlass liegt etwas, das mehr wert ist, als es aussieht, und ebenso oft etwas, das teuer wirkt und es nicht ist. Hier erfahren Sie, woran Sie die wichtigsten Wertträger erkennen, bevor etwas im Container landet.
Die goldene Regel: erst hinsehen
Bevor Sie etwas aussortieren, sehen Sie es sich an, oder lassen Sie es ansehen. Angelaufenes Silber, eine Schachtel Kleingeld, „nur Modeschmuck“: Genau diese Sätze stehen oft am Anfang, wenn sich am Ende ein echter Wert zeigt. Solange Sie unsicher sind, werfen Sie nichts weg.
Gold und Schmuck: die Punze verrät den Wert
Bei Gold entscheidet der Feingehalt. Er steht meist als winzige Zahl im Material eingestempelt, die Punze: 333, 585 oder 750 für 8, 14 oder 18 Karat. Diese Zahl, das Gewicht und der Tagespreis ergeben den Materialwert. Auch Bruchgold, einzelne Ohrringe und Zahngold zählen. Fehlt die Punze, heißt das nicht automatisch „unecht“, dann hilft eine fachliche Prüfung. Mehr zum Ankauf: Goldankauf · Schmuckankauf.
Silber: Tafelsilber ist oft mehr wert als gedacht
Bei Silber suchen Sie nach den Stempeln 800 oder 925, oft neben einer Halbmond-und-Krone-Marke. Ein komplettes Tafelbesteck bringt allein nach Gewicht schnell einen dreistelligen Betrag, häufig mehr. Angelaufen ist kein Mangel, das lässt sich reinigen und mindert den Wert nicht. Mehr dazu: Silberankauf.
Versilbert oder massiv? Der häufige Irrtum
Nicht jedes glänzende Besteck ist Silber. Trägt es Stempel wie „90“ oder „100“, ist es meist versilbert, eine dünne Silberauflage auf unedlem Metall, deutlich weniger wert als massives Silber. Massives Silber erkennen Sie an „800“ oder „925“. Der Unterschied ist erheblich, und genau hier wird am häufigsten falsch aussortiert, in beide Richtungen. Im Zweifel lohnt der prüfende Blick.
Uhren: nicht nur das Gold zählt
Bei Uhren entscheidet oft nicht das Material, sondern der Name und das Werk. Eine mechanische Armband- oder Taschenuhr einer guten Manufaktur kann ein Vielfaches ihres Goldwerts bringen. Werfen Sie also keine Uhr weg, nur weil das Gehäuse unscheinbar wirkt. Mehr dazu: Uhrenankauf.
Münzen: Sammlerwert schlägt Nennwert
Alte Umlaufmünzen aus Silber sind nach Gewicht oft ein Vielfaches ihres aufgedruckten Werts. Und einzelne Sammlermünzen können, unabhängig vom Metall, erheblich mehr bringen. Sortieren Sie eine Münzsammlung deshalb nicht nach Nennwert aus.
Kunst, Porzellan und Teppiche: auf Marken achten
Bei Bildern lohnt der Blick auf die Signatur und die Rückseite; bei Porzellan auf die Bodenmarke der Manufaktur; bei Teppichen auf Knüpfung und Herkunft. Namen helfen dabei: gekreuzte Schwerter stehen für Meissen, andere Marken für Rosenthal oder KPM. Sie müssen sie nicht auswendig kennen, es reicht, die Marke zu fotografieren und nachzuschlagen oder zeigen zu lassen.
Was am häufigsten übersehen wird
Nicht alles Wertvolle sieht wertvoll aus. Füllfederhalter, alte Feuerzeuge, Fotoapparate und Musikinstrumente, Design-Objekte, Militaria, für fast jedes Gebiet gibt es Sammler. Im Zweifel gilt dieselbe Regel: erst zeigen, dann entscheiden.
Im Zweifel: einschätzen lassen
Sie müssen nichts davon selbst sicher beurteilen. Eine erste Einschätzung ist bei Verkaufsinteresse kostenlos und unverbindlich, auch für ein einzelnes Stück. Sie erfahren, was Sie haben, und entscheiden danach in Ruhe. Mehr dazu: Nachlassbewertung.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich echtes Gold?
An der Punze (333, 585 oder 750). Fehlt sie, hilft eine fachliche Prüfung, die das Stück nicht beschädigt.
Was ist eine Punze?
Ein winziger, eingeschlagener Stempel, der den Feingehalt oder die Herkunft eines Stücks angibt.
Ist Schmuck ohne Stempel wertlos?
Nein. Ältere oder ausländische Stücke tragen manchmal keine gängige Punze; der Gehalt lässt sich prüfen.
Lohnt sich eine Bewertung schon für einzelne Stücke?
Ja. Auch ein einzelner Ring oder eine Uhr wird eingeschätzt; bei Verkaufsabsicht kostet Sie das nichts.
Muss ich alles auf einmal zeigen?
Nein. Sie entscheiden, was Sie zeigen und ob überhaupt.
Fazit
Wer im Nachlass Wert erkennen will, braucht vor allem eines: den zweiten Blick, bevor etwas verschwindet. Sie müssen kein Fachmann sein, es genügt, im Zweifel jemanden hinsehen zu lassen. Und manchmal ist dieser zweite Blick ein schöner Moment, wenn sich ausgerechnet das Stück, an dem Erinnerungen hängen, als kleiner Schatz herausstellt.
Unsicher, was Ihre Stücke wert sind? Rufen Sie an, wir sehen in Ruhe mit Ihnen hin, ganz unverbindlich. Telefon: 0178 1794262
